Nachruf: Besim Karadeniz

Lieber Besim,
irgendwann bei einem Onliner-Treffen in einer Kneipe im Hinterhof an der Weiherstraße haben wir uns kennengelernt. Als ich hörte, was du beruflich machst, war mir klar, dass du der Mann bist, der mir helfen kann, meine eigene Internetseite zu gestalten. Deine Interesse an meiner Arbeit war aber auch schnell geweckt, denn du hattest da „so ein Projekt in der Pipeline“, und mein Fotoarchiv war zu der Zeit schon recht groß.
Im Jahr 2016 gingst du dann mit deinem Projekt „pf-bist.de“ an den Start und ich durfte dich sehr oft unterstützen mit meinen Fotos, entweder gab es die schon im Archiv oder du hast mich unterwegs angerufen und ein bestimmtes Motiv für einen deiner Berichte bei mir bestellt.
Ich habe dann auch selbst begonnen, Artikel zu schreiben. Mein „Fachgebiet“ waren Veranstaltungen, die hauptsächlich im Bereich Fasnet oder 30+Partys stattfanden. Und als „fotografierender Taxifahrer“ bin ich auch oft im Städtle irgendwo vorbeigekommen und konnte Bilder machen, die ich dir gleich geschickt habe und nicht selten waren wir die ersten, die von aktuellem Zeitgeschehen in Pforzheim berichtet haben. Und auch, wenn mal eine Demonstration zum Wartberg oder eine politische Veranstaltung im Congresscentrum anstand, war ich mit der Kamera für PF-Bits mittendrin, statt nur dabei.
Mit deiner Internetseite konntest du nicht nur neue Apps und Funktionen im realen Online-Alltag testen, du hast auch mit deinen Berichten deine Meinung vertreten können. Unabhängig, ehrlich und ohne Blatt vor dem Mund. Wenn andere einen Artikel nicht so geschrieben haben, weil das eventuell einem großen Werbepartner nicht gefällt, war dir das egal, denn du warst frei in der Berichterstattung.
Gerade aus diesem Grund wurde dein Online-Magazin in kurzer Zeit sehr beliebt, weil du auch die Dinge nachgefragt hast, die Unangenehm waren.
Gerne erinnere ich mich an unseren gemeinsamen Termine, wie zum Beispiel der Besuch der Baustelle der A 8 während eines Brücken-Abrisses. Sehr begeistert warst du von den tonnenschweren Baggern, wie sie filigran und feinfühlig mit ihren Baggerschaufeln die dicken Holzplanken vor sich auf die Straße legten, um den Asphalt zu schonen. Der Begriff des „Baggerballet“ wurde in dieser Nacht geboren und war seither immer ein Stichwort, wenn es um das Thema „Baustelle“ ging.
Und ich bin sehr stolz, dass ich eines der Bilder mit Seltenheitswert gemacht habe, denn mit deinem Motto „Schwarz ist bunt genug“ fand man dich nie in farbigen Kleidern. Nur beim Pforzheimer Barcamp, als du beim Organisations-Team dabei warst, hat man dich in einem grünen T-Shirt sehen können. 😉
Dass du jetzt nicht mehr da bist, macht mich sehr traurig.
Es war mir eine große Freude und Ehre, dich bei deinem Projekt pf-bits.de mit meinen Bildern zu unterstützen.

